Stadtrat Herdorf: Wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt gestellt
In seiner Sitzung am Mittwoch, 30. September 2026, beschäftigte sich der Herdorfer Stadtrat mit zwei wichtigen Zukunftsthemen: neuen Wohn- und Unterstützungsangeboten für ältere Menschen sowie der weiteren Entwicklung des Stadtgebiets im Rahmen der Städtebauförderung. In beiden Bereichen wurden einstimmige Beschlüsse gefasst.
WohnPunkt RLP: Herdorf möchte neue Perspektiven für das Wohnen im Alter entwickeln
Wie können ältere Menschen auch in Zukunft möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben? Welche Wohnformen, Betreuungsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten werden in Herdorf künftig benötigt?
Mit diesen Fragen möchte sich die Stadt Herdorf intensiver beschäftigen. Auf Antrag der CDU-Fraktion beschloss der Stadtrat einstimmig, sich für das Landesprogramm „WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ für das Jahr 2027 zu bewerben.
Das Programm unterstützt kleinere Städte und Gemeinden dabei, gemeinsam mit Fachleuten, örtlichen Einrichtungen und der Bevölkerung passende Konzepte für das Wohnen und Leben im Alter zu entwickeln.
Erst den Bedarf ermitteln, dann über konkrete Projekte entscheiden
Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, welche Angebote in Herdorf tatsächlich gebraucht werden. Dabei sollen unter anderem die demografische Entwicklung, bestehende Versorgungsangebote und mögliche zukünftige Anforderungen untersucht werden.
Denkbar sind beispielsweise barrierefreie Wohnungen mit Unterstützungsangeboten, generationenübergreifende Wohnformen, gemeinschaftliche Wohnprojekte oder Angebote in Verbindung mit Betreuung und Tagespflege.
Wichtig dabei: Mit der Bewerbung wird noch kein konkretes Bau- oder Wohnprojekt beschlossen. Vielmehr soll zunächst eine fachlich fundierte Grundlage geschaffen werden, auf deren Basis der Stadtrat später über mögliche Maßnahmen entscheiden kann.
Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Ihre Erfahrungen, Wünsche und Anregungen sollen ebenso in die Entwicklung einfließen wie die Einschätzungen von Fachleuten und örtlichen Einrichtungen.
Bewerbung soll bis Anfang November erfolgen
Die Verwaltung wurde beauftragt, die notwendigen Unterlagen vorzubereiten und die Bewerbung bis zum 3. November 2026 einzureichen. Dabei sollen auch die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf und der Landkreis Altenkirchen eingebunden werden.
Sollte Herdorf in das Landesprogramm aufgenommen werden, stellt die Stadt den einmaligen kommunalen Eigenanteil von 2.500 Euro bereit.
Nach Abschluss der ersten Projektphase werden die Ergebnisse dem Stadtrat vorgestellt. Erst anschließend wird darüber beraten, ob und in welcher Form konkrete Projekte weiterverfolgt werden.
Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Den Antrag der CDU-Fraktion finden Sie hier.
Städtebauförderung: Nächster Schritt für die zukünftige Stadtentwicklung
Auch die langfristige Entwicklung des Herdorfer Stadtgebiets stand auf der Tagesordnung. Im Rahmen der Städtebauförderung möchte die Stadt die Voraussetzungen schaffen, um zukünftige Verbesserungen im Stadtbild gezielt planen und mit Fördermitteln von Bund und Land umsetzen zu können.
Eine wichtige Grundlage dafür ist das sogenannte Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK).
Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich ein umfassender Zukunftsplan für die Stadtentwicklung. Darin wird untersucht, wo Herdorf heute steht, welche Herausforderungen bestehen und welche Verbesserungen in den kommenden Jahren sinnvoll und notwendig sind.
Dabei können beispielsweise die Aufwertung öffentlicher Plätze, die Entwicklung bestehender Gebäude und Flächen, die Verbesserung von Verkehrswegen oder die Gestaltung attraktiver Aufenthaltsbereiche eine Rolle spielen.
Ein Konzept als Grundlage für zukünftige Fördermittel
Bevor konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können, müssen zunächst die Stärken und Schwächen des Stadtgebiets untersucht werden. Auf dieser Grundlage werden Entwicklungsziele formuliert, mögliche Projekte erarbeitet und Prioritäten festgelegt.
Auch die voraussichtlichen Kosten, Finanzierungsmöglichkeiten und zeitlichen Abläufe werden dabei berücksichtigt.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. In Veranstaltungen und weiteren Beteiligungsformaten sollen sie die Möglichkeit erhalten, eigene Ideen, Wünsche und Anregungen einzubringen.
Das fertige Entwicklungskonzept muss anschließend vom Stadtrat beschlossen werden. Es bildet die Grundlage für spätere Förderanträge und mögliche Baumaßnahmen.
Drei Angebote für die Konzepterstellung eingegangen
Für die Erstellung des ISEK hat die Stadt Herdorf entsprechende Planungsleistungen ausgeschrieben. Insgesamt gingen drei Angebote ein.
Bei der Auswahl des geeigneten Planungsbüros soll nicht allein der Preis entscheidend sein. Auch die fachliche Qualität, die Erfahrung des Unternehmens und die Leistungsfähigkeit des Planungsteams werden berücksichtigt.
Um die Auswahl und den weiteren Planungsprozess zu begleiten, hat der Stadtrat die Einrichtung eines entsprechenden Entscheidungsgremiums beschlossen.
Stadtrat benennt Mitglieder für die Steuerungsgruppe
Die neue Steuerungsgruppe setzt sich aus Vertretern der Stadtspitze, der Ratsfraktionen und der Verwaltung zusammen.
Folgende Mitglieder wurden benannt:
- Stadtspitze: Bürgermeister Uwe Geisinger, Stephan Romschinski (Vertreter)
- CDU: Dirk Eickhoff, Diana Trapp und Johannes Patt; Peter Quast (Vertreter)
- SPD: Sabine Steinau und Michael Samen; Stephan Knautz (Vertreter)
- Bündnis 90/Die Grünen/Die Linke: Christof Stein; Rainer Stockschläder (Vertreter)
- Verwaltung: Andrea Ebener (beratend)
Der Erste Beigeordnete Stephan Romschinski wird dauerhaft an den Sitzungen teilnehmen, um auch im Vertretungsfall einen kontinuierlichen Informationsstand sicherzustellen.
Die Steuerungsgruppe wird zunächst am Bewertungs- und Auswahlverfahren für das Planungsbüro mitwirken. Darüber hinaus soll sie die Erstellung des Entwicklungskonzepts begleiten und sich in den weiteren Planungsprozess einbringen.
Auch dieser Beschluss wurde vom Stadtrat einstimmig gefasst.
Wie geht es weiter?
Nach der Auswahl eines geeigneten Planungsbüros kann die eigentliche Erarbeitung des Entwicklungskonzepts beginnen. Dazu gehören eine umfassende Bestandsaufnahme, Gespräche mit Fachleuten und die Beteiligung der Bevölkerung.
Auf dieser Grundlage soll ein Konzept entstehen, das auf die Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten Herdorfs abgestimmt ist.
Konkrete Projekte und Investitionen werden erst in späteren Schritten beraten und beschlossen.