„Wir haben hier eine einstimmige, historische und weitreichende Entscheidung für unsere Vereinslandschaft, das Ehrenamt und unser Städtchen getroffen. Wir haben jetzt viel Arbeit vor uns – aber das Wichtigste steht bereits im Kalender: der Notartermin.“ sagte Stadtbürgermeister Geisinger am 25. Juni 2025 im Rahmen der Stadtratssitzung, nachdem der Stadtrat einstimmig für die Übernahme gestimmt hatte.
Seit Montag, 29.09.2025, 17.30 Uhr, ist es nun offiziell und die Tinte unter den Verträgen ist trocken: der Knappensaal Herdorf ist jetzt eine Liegenschaft der Stadt.
Die anwesenden Vertreter des Knappenvereins, der 1. Vorsitzende Matthias Ermert, Geschäftsführer Michael Mockenhaupt und der 2. Vorsitzende Peter Quast, zeigten sich nach dem Termin zufrieden. „Wir sind mit aktuell 180 Mitgliedern ein schrumpfender Verein und die Unterhaltung des Knappensaals ist in den letzten Jahren zu einer richtigen Herausforderung geworden.“ sagte der 2. Vorsitzende Peter Quast.
„Als sich vor nicht allzu langer Zeit eine mögliche Vereinsauflösung abzeichnete – ein Szenario, das uns alle sehr beschäftigt hat – stand auch der Fortbestand des Knappensaals auf dem Spiel. Um zu verhindern, dass dieses bedeutende Gebäude in einem für uns nicht mehr kontrollierbaren Verkaufsprozess in private Hände fällt, haben wir frühzeitig das Gespräch mit der Stadt Herdorf gesucht. Unser Ziel war klar: die Übernahme des Knappensaals durch die Stadt. Die Gespräche verliefen in einer äußerst konstruktiven und lösungsorientierten Atmosphäre. Sie haben gezeigt, dass der Stadt die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Knappensaals für Herdorf und seine vielfältige Vereinslandschaft sehr bewusst ist. Wir sind überzeugt, dass wir mit der Übergabe an die Stadt eine gute und zukunftsfähige Entscheidung getroffen haben“, betonte Geschäftsführer Michael Mockenhaupt mit sichtlicher Zufriedenheit.

Matthias Ermert, der in den vergangenen Jahren u. a. für die Vermietung und Betreuung veranwortlich war: „Natürlich hängt weiterhin viel Herzblut am Saal. Unser Verein besteht seit dem Jahr 1871 und war seit der Grundsteinlegung immer in Händen des Knappenvereins. Es fällt schwer abzugeben, aber auch aus gesundheitlichen Gründen muss ich leider kürzertreten.“

In dem sehr kurzweiligen Termin waren sich alle anwesenden Personen einig, dass man Teil einer historischen Entscheidung geworden ist. Der 1. Beigeordnete Stephan Romschinski merkte mit einem Augenzwinkern noch an: „Die nächsten 150 Jahre kümmern wir uns drum – was danach passiert, werden wir dann sehen…!“
Stadtbürgermeister Uwe Geisinger stieg mit seinen Schlussworten in die aufgelockerte Stimmung ein: „Vielen Dank an den Knappenverein für die gute Zusammenarbeit. Wie bereits im Juni schon angekündigt, möchte ich der Vollständigkeit noch erwähnen, dass der Knappenverein im Vorfeld der Übergabe noch an einigen Stellen in den Knappensaal investiert hat und u. a. bereits ein komplett neuer Boden im Saal verlegt wurde. Die Braut wurde vor der Übergabe nochmal hübsch gemacht…!“
Die Übergabe der Braut erfolgte nicht im Knappensaal selbst, sondern im Raum 020 im Herdorfer Rathaus – dort befindet sich, wie sollte es auch anders sein, das Trauzimmer.

Die anwesenden Personen beim offiziellen Notartermin (hinten v.l.n.r.): Geschäftsführer KKV Michael Mockenhaupt, 2. Vorsitzender KKV Peter Quast, 2. Beigeordnete Sabine Steinau, 1. Beigeordneter Stephan Romschinski. Vorne v.l.n.r.: 1. Vorsitzender KKV Matthias Ermert, Stadtbürgermeister Uwe Geisinger, Notarin Marietta Rohles-Puderbach.