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Die Grube Hüttenwäldchen

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Die Grube Hüttenwäldchen

Am südöstlichen Ausgang des Ortsteils Dermbach deutet die Flurbezeichnung „Auf der Kupferkaule“ schon an, dass hier früher Bergbau betrieben wurde. Das noch vorhandene kleine Pingenfeld legt aber gleichzeitig nahe, dass es sich nicht um ein großes oder bedeutsames Bergwerk handelte. Hier befand sich die Grube Hüttenwäldchen, der 1833 die Gewinnung von Eisen- und Kupfererzen gestattet wurde. Die Verleihungsurkunde weist dabei aus, dass die Abbaurechte in dem damals zu Preußen gehörenden Gebiet noch nach der Chursächsischen Bergordnung von 1559 erteilt wurden. In früheren Zeiten hatte an dieser Stelle schon einmal eine Kupfergrube existiert. 

Das alte Bergwerk soll bei der Belehnung von 1833 schon über 100 Jahre nicht mehr bestanden haben, wie einem Befahrungsbericht von 1864 zu entnehmen ist. Beschrieben wurde weiterhin, dass man auf der Suche nach neuen Gangvorkommen auf die engen und niedrigen Grubenbaue der Alten gestoßen sei. Deren Interesse hatte offensichtlich nur den Kupfererzen gegolten, der Spateisenstein war weitgehend zurückgeblieben. Die Anfänge der alten  Kupfergrube sind nicht bekannt, können aber anhand der Schilderungen im 17. Jahrhundert vermutet werden.  

Maschinenstollen der Grube Hüttenwäldchen an der K 101
Gangkartenausschnitt (zum Vergrößern anklicken)

Der Bergbau ab 1833 scheint zunächst nicht mit großer Intensität geführt worden zu sein; mehrere Eigentumswechsel deuten darauf hin, dass sich die Hoffnungen der Grubenbetreiber nicht erfüllt haben. Anfang der 1860er Jahre hatte man sich offensichtlich entschlossen, zum Tiefbau überzugehen. Der Schacht und eine dampfmaschinenbetriebene Förderanlage waren innerhalb eines neu angelegten Stollens vorgesehen, für die damalige Zeit eine durchaus übliche Vorgehensweise. 1866 hatte man den Maschinenraum fertiggestellt und einen rd, 40 m hohen Wetterschacht mit Schornstein zu Tage durchgebrochen. Für die maschinentechnische Einrichtung scheinen aber zunächst die notwendigen finanziellen Mittel gefehlt zu haben, möglicherweise war der Grubenbetrieb auch für einige Zeit unterbrochen, denn die Förderanlage wird erst rund 30 Jahre später erwähnt. Im Jahr 1898 wird über den Schacht die erste Tiefbausohle (42 m-Sohle) angelegt, bis 1905 erreicht man dann zügig die Endteufe von 230 m.   

1902 lässt das preußische Handels- und Gewerbeministerium mitteilen, dass auf der Grube Hüttenwäldchen „die Seilfahrt“ eingeführt und damit auch eine reguläre Personenbeförderung über den Schacht aufgenommen wurde. 

Über insgesamt 6 Sohlen wurde der Abbau von Eisen- und Kupfererzen betrieben. Die jährlichen Fördermengen lagen in dieser Zeit zwischen 3 – 5.000 Tonnen Eisenerz, beim Kupfererz erreichten sie bis zu 500 Tonnen. Die Erze wurden gegenüber dem Stollenmundloch aufbereitet und in zwei Röstöfen weiterbehandelt. Zwischen 50-60 Bergleute waren nach Aufnahme des Tiefbaues auf der Grube beschäftigt. 1909 wurde die Grube nach Erschöpfung der Erzvorräte eingestellt. 

Der Maschinenstollen ist von den Bergbau- und Mineralienfreunden Herdorf seit 1998 zu einem Besucherstollen ausgebaut worden und kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Vereins unter www.gezaehe.de

Literatur

Gleichmann, J. (2004):  Grube Hüttenwäldchen, 2. Aufl. Verlag Fingerhut, Clausthal-Zellerfeld