Naherholung · Freizeit · Vereine
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Stadtverwaltung Herdorf
Am Rathaus 1
57562 Herdorf
Telefon: 02744 9223-0
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Bergbau und Hüttenwesen in Herdorf
Die Friedrichshütte
1871 wurde durch Heinrich Daniel Friedrich Schneider der Grundstein zum Bau der Friedrichshütte gelegt. Ab 1883 waren dort zwei Hochöfen in Betrieb. Nach dem Tode Schneiders im Jahre 1896 wurde dann die Bergbau- und Hütten AG Friedrichshütte gegründet, die sich ab 1900 mit dem Stahl- und Walzwerk in Wehbach vereinigte. Die Friedrichshütte war das erste gemischte Hüttenwerk im Siegerland, in dem vom Roheisen und Rohstahl bis zum Feinblech alles hergestellt werden konnte. Nach dem Krieg erlebte das Werk durch Modernisierung der Anlagen und Qualitätsverbesserung einen großen Aufschwung, gemeinsam mit dem Wehbacher Werk waren dort 2000 Arbeitnehmer beschäftigt. Der letzte Hochofenabstich erfolgte am 30. August 1968.
Die Grubenbahn - Sottersbachtal
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, nach Fertigstellung der Eisenbahnlinie Köln - Gießen, begannen einige Gruben- und Hüttenbetriebe Nebenbahnen zu bauen. So wurde auch im Sottersbachtal das "Bähnchen" gebaut, das die Erze von den Gruben "San Fernando", "Friedrich Wilhelm" und "Zufällig Glück" zur Bahnstation in Herdorf brachte, von wo aus sie weitertransportiert wurden in das Hochofenwerk Friedrichshütte. Auch Basaltsplitt und Schotter des Basaltwerkes Klein wurden mit der Sottersbachbahn transportiert. Die Strecke wurde zunächst als Pferdebahn benutzt, 1873 nahm man die erste Maschine in Betrieb. Das "Bähnchen" hatte eine Spurweite von 785 mm, also nur etwa halb so breit wie die Schienen der Bundesbahn. Rund ein halbes Jahr nach Stilllegung der Grube "San Fernando" fand am 14.12.1962 die letzte Fahrt des "Bähnchens" statt.
Die Grube Wolf
Berühmt wurde die Grube Wolf, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, durch das Vorkommen seltener Mineralien, wie z. B. des Rosenspates, der in vielen Mineraliensammlungen vertreten ist. Nach 12jährigem Stillstand wurde die Grube in den 30er Jahren von der Friedrich-Krupp-AG übernommen und modernisiert. Die Freien Grunder Eisenwerke bauten 1936 das Fördergerüst, welches ein Jahr später errichtet wurde und ein weithin sichtbares Zeichen des Erzbergbaues im Hellertal war. Auch nach Schließung der Grube blieb der Förderturm zunächst noch stehen, wurde aber schließlich doch, als letzter Förderturm in Herdorf, Anfang 1975 gesprengt.
Grube Bollnbach
"Die Grube Bollnbach war einmal die Grube Herdorfs, die in mehrhundertjährigem Betrieb dem Ort eine wichtige und breite wirtschaftliche Grundlage gegeben hat", so schreibt H.D. Gleichmann in seinen Schriften über die Bergwerke Herdorfs.
1866 hatte die Grube eine Tiefe von 72 Metern, die nach Einführung der Dampfmaschine bis auf 800 Meter vorangetrieben werden konnte. Ab 1885 war die Bollnbach die viertgrößte Grube im ganzen Eisenerzbezirk mit einer Förderung von 30.000 to. Im Jahre 1899 wurde die "Bollnbachsbahn" gebaut, mit der das Eisenerz zur Friedrichshütte befördert wurde. Nach der Jahrhundert wende erfolgte die Verbindung mit der Grube Stahlert. Das erhalten gebliebene Fördermaschinenhaus auf dem nördlichen Steilhang ist weithin sichtbar und wird schon seit langem als Wohnhaus genutzt. An der Seitenfassade ist das Emblem der Bergleute zu sehen, das "Gezähe".
Die Grube San Fernando
... stand in der Förderung der Siegerländer Gruben an 6. Stelle. 1855 wurde durch den Bergmann Wilhelm Hähner im Sottersbachtal ein Grubenfeld angemeldet, dem er zur Erinnerung an seine Bergmannszeit in Mexiko den Namen "San Fernando" gab. Die Grube bildete in späteren Jahren auch eine Verbundanlage mit den Gruben Wolf und Füsseberg. 1962 schloss die Grube San Fernando als eine der letzten Erzgruben im ganzen Siegerland für immer ihre Tore.






